#noDAPL – watching a democracy dying (EN)

I have been following a Debate on Twitter the last days, a debate that i did not know like that before, but it answered me some questions i was asking myself for a long time. Sadly, I dont like the answers very much..

I could now give a long explanation on why the oil industry of North Dakota desperately wants this North Dakota Access Pipeline, why they build it as I type with support of the  Army Corps of Engineers without consent of the Sioux tribe who live there, over the remains of their ancestors, that the UN has already complained about that, why Journalists get arrested, why militarized police is running around with machine guns, who invests, who benefits and who is in bed with each other. But I postpone that for now, because to what I want to say now it is of no relevance.

What comes across there is the Answer to the question that i have been asking myself for a long time: How will we move on, when our governments simply don’t act on climate change and the destruction of resources, especially drinking water, when the will of the majority is no longer represented and they cave in to the power of the industry. The answer is very simple. This will be the end of democracy, because in this situation there is only one way this can end, its the way of the corporations the way of ‚might is right‘. It will leave people helpless, will rob them of all means to change something about their own situation. It will expose and extradite them. It is the beginning of tyranny.

This Tyranny is not new, it has happened a thousand times, in the oil-colonies of this world from the rain forests of the Amazon over the Niger-Delta in Africa to the Deserts of the Middle East. And now it has come back home. This is only the logical consequence.

But we here are not yet helpless against this. Whenever reporters can still cover police brutality without being arrested, whenever we can still protest and speak our mind without being intimidated by the industries PR agents, whenever we can go to the polls on election day and really have a choice, whenever we can draw the line to stop it here and now – this is our destiny.

I will be thinking of Standing Rock, next time i protest or sign a petition or go to vote. I will be thinking of them and all the other people who never really had a choice. I will vote for them as good as i can. It will and must be a vote against the oil industry every single time. A vote against the oil industry is always a vote for Democracy. Maybe its the only thing i can really do.

In this spirit: stay strong, Standing Rock, the world is watching.

 

wake-up-america

#noDAPL – eine Demokratie sterben sehen (DE)

Ich habe die letzen Tage eine Debatte auf Twitter verfolgt, wie ich sie so noch nicht kannte, und sie hat mir in gewisser Weise ein Paar Fragen beantwortet, die ich mir schon seit sehr langer Zeit stelle. Leider gefallen mir die Antworten gar nicht…

Ich könnte nun lange erklären warum die Ölindustrie in North Dakota unbedingt diese Dakota Access Pipeline braucht, wieso diese nun in diesem Augenblick mit der Unterstützung des Army Corps of Engineers ohne Einwilligung der Bewohner durch Gebiete der Sioux gebaut wird, auf dem sich Gräber ihrer Vorfahren befinden, dass die UN dies schon bemängelt hat, warum Journalisten verhaftet werden, warum die Polizei dort mit Maschinengewehren rum rennt, wer investiert wer profitiert und wer mit wem im Bett ist. Ich lasse das jetzt (vorerst) mal, denn für das was ich sagen möchte ist das nicht von Relevanz.

Was dort rüber kommt ist die Antwort auf die Frage, die ich mir schon so lange stelle: Wie wird es weitergehen wenn unsere Regierungen angesichts des Klimawandels und der Vernichtung der Ressourcen auf diesem Planeten, vor allem Trinkwasser, nicht handeln, den Willen der Mehrheit nicht mehr vertreten, die Segel streichen vor der Macht der Industrie?  Die Antwort ist einfach. Dies ist das Ende, das Ende der Demokratie. Denn in dieser Situation gibt es nur einen einzigen Weg den das ganze nehmen kann, es ist der Weg der Konzerne, der Weg des Rechtes des Stärkeren. Er wird die Menschen hilflos machen, wird ihnen alle Mittel nehmen, etwas an ihrer eigenen Situation zu ändern, wird sie ausliefern. Dies der Beginn der Tyrannei.

Doch diese Tyrannei ist nicht neu, sie ist schon tausend mal geschehen, in den Öl-Kolonien dieser Welt, von den Regenwäldern des Amazonas bis über das Niger-Delta in Afrika in die Wüsten des mittleren Osten. Und nun kommt sie Nachhause. Dies ist nur die logische Konsequenz.

Aber noch sind wir hier nicht hilflos. Noch können hier Reporter über Polizeigewalt berichten, ohne verhaftet zu werden, noch können wir hier protestieren und unsere Meinung sagen ohne von Industrie-PR niedergemacht zu werden, noch können wir wählen gehen und haben dabei wirklich eine Wahl, noch können wir hier und heute eine rote Linie ziehen, und dies ist unser Schicksal.

Ich werde an Standing Rock denken, das nächste mal, wenn ich protestiere und wähle und Petitionen zeichne. An sie und alle anderen die man nie gefragt hat. Und ich werde meine Wahl auch für sie treffen, so gut ich das eben kann. Und es wird und muss jedes mal eine Wahl gegen die Ölindustrie sein. Eine Wahl gegen die  Ölindustrie ist jedes mal auch eine Wahl für die Demokratie. Vielleicht ist das ist das einzige, was ich wirklich tun kann.

In diesem Sinne: stay strong, Standing Rock, because the world is watching.

 

wake-up-america

 

Solidaritätsbotschaft aus Kanada – Gemeinsam gegen CETA und TTIP!

 

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übersetzt vom Original-Artikel: https://www.ttip-stoppen.at/2016/09/16/solidaritaetsbotschaft-kanada/

Ich möchte unsere Solidarität in Kanada mit euren Kundgebungen gegen CETA ausdrücken! Ich versichere euch dass das, was ihr tut, hier auf der anderen Seite des Atlantiks wiederhallt und viele viele Leute inspiriert sich ebenfalls der Globalisierung der Konzerne entgegenzustellen.

Und die Bewegung lebt auf!! Ihr habt TTIP erfolgreich aufgehalten. Ein Punkt für die Demokratie. Aber nun wollen uns unsere Politiker mit CETA, dem Kanadisch-Europäischem Freihandelsabkommen ein weiteres überstülpen.

Aber ihr seid da, weil ihr und wir uns nicht täuschen lassen! CETA IST TTIP ÜBER KANADA. Es ist genau so gefährlich wie TTIP.

Wir haben 42,000 amerikanische Konzerne, die durch CETA bevollmächtigt werden, Europäische Regierungen vor dem Investorenschutzgericht zu verklagen. Kanadier können Europäern erzählen wie es ist, auf dem empfangenden Ende solcher Anfechtungen zu stehen. Seit NAFTA verabschiedet wurde, wurde Kanada 39 mal von Amerikanischen Konzernen verklagt und 135 Millionen Euro hat an Strafen gezahlt. Kanada steht gerade 1,75 Milliarden in Anfechtungen gegenüber, dreiviertel davon beziehen sich auf Umweltschutzgesetze. Diese beinhalten Anfechtungen gegen Fracking-Verbote, Pestizide und dem grenzüberschreitendem Export von PCBs. Die selben Amerikanischen (und Kanadischen) Konzerne werden CETA benutzen um das selbe in Europa zu machen.

Kanada ist außerdem Heimat der aggressivsten Bergbauindustrie der Welt, die in Industrie-internen Studien als die, mit den schlimmsten menschen- und umweltrechtlichen Vergehen gilt und die wiederholt Gebrauch von ISDS macht. Wir haben eine Teersand-Industrie, die nur darauf wartet, CETA zu benutzen um eure Treibstoff-Qualitätsstandards zu senken und dreckiges Öl nach Europa zu exportieren. Wir haben industrielle Landwirtschaft die nur darauf wartet, eure Nahrungsmittel-Qualitätsstandards für GMOs, Hormone, Pestizide und Massentierhaltung, die den Tierschutz missachtet, zu öffnen.

An unsere Politiker, die darauf drängen dieses Abkommen durch zu bringen, die argumentieren, das es eine schwierige Situation ist, möchte ich sagen, dass die Notwendigkeit besteht [die Verhandlungen] zu pausieren, das Abkommen genau zu analysieren, die Folgen der Details abzuschätzen bevor wir übereilt einen schwerwiegenden Fehler begehen.

In diesem Sinne, wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Regierungsoberhäupter CETA zur vorzeitigen Anwendung bringen. Wir haben für die Parlamente das Recht erstritten, das letzte Wort zu dem Abkommen zu haben. CETA frühzeitig anzuwenden ist fundamental undemokratisch und würde all das rückgängig machen. Und das Letzte, was die EU – oder irgendein anderes Land – braucht, ist eine weitere kopflastige Entscheidung durch die Eliten. Das ist nicht wonach die Menschen überall auf der Welt schreien.

Etwas läuft grundsätzlich schief mit der derzeitigen wirtschaftlichen Globalisierung, geprägt und geschützt durch wirtschaftsfreundliche Handelsabkommen wie TTIP und CETA. Zu wenige profitieren, zu viel Schaden richten sie an, in der Umwelt. Wenn es jemals eine Zeit für Courage und Visionen für ein gerechteres System zum Anbau von Nahrungsmitteln, Erzeugung von Energie und grenzübergreifendem Handel gab, dann ist sie jetzt. Viel hängt davon ab, was wir jetzt tun!

Ende der Übersetzung

Vor der Hacke is duster, in deutschen Bergbehöden auch.

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Das hier ist eine Email meinerseits an die Mailingliste von https://fragdenstaat.de/fragdenstaat@lists.okfn.org.

Hi.

Ich schreibe euch auf Grund einiger Informationsfreiheitsanfragen, die ich speziell an Bergämter gestellt habe und die speziell die Sicherheit der Öl- & Gasindustrie in Deutschland betreffen. Leider musste ich dabei feststellen, dass die Intransparenz und der schiere Unwillen, vor allem mit Aktivisten auf diesem Gebiet zusammen zu arbeiten, besorgniserregende Ausmaße hat.

Um kurz in das Thema einzusteigen habe ich mal den Text einer Anfrage, die mir besonders am Herzen gelegen hat, kopiert, da sie das Problem ganz gut umreißt (https://fragdenstaat.de/anfrage/offenlegung-von-sicherheits-und-umweltkritischen-rohdaten-aus-dem-bergbau-in-digitaler-form/):

„Sehr geehrte Damen und Herren

das LBEG beschreibt sich als Bergaufsichtsbehörde, die unter Anderem Planfeststellungsverfahren durchführt, Umweltverträglichkeitsprüfungen anordnet, Konzessionen vergibt und die Bergbaubetriebe hinsichtlich der Konformität ihrer Arbeit mit dem Gesetz überwacht. Da Bergbauvorhaben meist sicherheitskritische Aktivitäten einschließen, hat das LBEG große Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt dieses Landes, diese vor eventuellen schädlichen Wirkungen des Bergbaus zu schützen und gleichzeitig das Vertrauen der Bürger in die Integrität der Behörde zu sichern. Dafür benötigt es umfassende Transparenz, die den Bürgern erlaubt, möglichst detailliert und unmittelbar nachzuvollziehen, dass allen Aufgaben zu jedem Zeitpunkt nach bestem Wissen und Gewissen entsprochen wird, und dass allen Fahrlässigkeiten und Gesetzesverstößen Seitens der Bergbaubetriebe entsprechend nachgegangen wird, was sich wiederum positiv auf die Sicherheitskultur der Bergbaubetriebe auswirkt. Aus diesen Gründen ist es mir ein sehr wichtiges Anliegen, und ich bitte das LBEG darum, den Bürgern folgende Daten permanent online zur Verfügung zustellen, und zwar in der anschließend erläuterten Form.

Die Daten:
1. Lokalisation aller bereits vorhandenen Tiefbohrungen, egal zu welchem Zweck diese angefertigt wurden
2. Lokalisation aller bereits geplanten und genehmigten, aber noch nicht begonnenen Tiefbohrungen
3. Alle Metadaten die damit einhergehen, wie sie bereits im NIBIS einzusehen sind
4. Lokalisation aller Öl- Bohrschlammgruben und Verdachtsflächen mit tatsächlichen oder geschätzten Arten und Mengen der verklappten Schadstoffe
5. Die Menge des geplant und tatsächlich verbrauchten Wassers zur Durchführung & Fertigstellung von Tiefbohrungen
6. Wenn dazu Wasser aus einem Oberflächengewässer entnommen wurde: Ort und Menge der Entnahme
7. Vollständige Listen aller auf dem Bohrplatz befindlichen Chemikalien mit Mengenangabe
8. Sollte die Bohrung hydraulisch stimuliert worden sein: Art und Menge des eingesetzten Sandes
9. Menge des entstandenen Abwassers/Abfalls, sein Gehalt an toxischen Stoffen und Radioaktivität
10. Ort der Wiederaufbereitung Bzw. Entsorgung des entstandenen Abwassers/Abfalls
11. Compliance Daten: Protokolle durchgeführter Inspektionen und Auditierungen, durchgeführte Logs zum Nachweis der Integrität, vollständige Dokumentation eventueller Gesetzesverstöße, Messung der Luftqualität in der Nähe der Bohrung während der Durchführung

Sollte es aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich sein, ein bestimmtes Datum zu veröffentlichen, z.B. weil es sich um Daten handelt, die das Eigentum einer der involvierten Firmen sind, oder weil ein gewisses Datum schlichtweg beim LBEG nicht vorliegt, bitte ich sie sehr darum mir jeweils dies kurz zu erläutern.

Zur Form der Daten:
1. In jedem Fall als Rohdaten in einem offenen Format zum Download auf der Webseite des LBEG
2. Als Webseite im Internet, die das durchsuchen der Datenbank nach bestimmten Kriterien ermöglicht

Des Weiteren bitte ich Sie, sich folgende Artikel einfach einmal durch zu lesen und zu überlegen, ob das nicht ein Modell für Umweltdaten in Deutschland wäre: https://de.wikipedia.org/wiki/Open_data.

Als gutes Beispiel möchte ich die Website der Regulierungsbehörde im Bundesstaat Colorado, USA nennen: http://cogcc.state.co.us/data.html#/cogis
Da es sich hierbei ja nicht um einen Antrag auf Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz im klassischen Sinne handelt, behandeln Sie diese Anfrage bitte vorerst als Bürgeranfrage.“

In den USA sind viele der in der Anfrage beschriebenen Daten schon seit Jahren öffentlich, was die Voraussetzung dafür war, dass überhaupt unabhängige Untersuchungen z.B. zum Thema fracking angestellt werden konnten, Beispiel: https://www.fractracker.org/. Ich habe vom LBEG nicht einmal eine Antwort auf diese Bürgeranfrage bekommen.

Es geht hier also um Sicherheit. Ich kann einen Haufen Beispiele aus Deutschland nennen, in denen die Sicherheit von Öl- & Gasanlagen und die Glaubwürdigkeit und Performanz der Behörden, die sie regulieren sollten, auf Grund dieser Intransparenz, mindestens Fragwürdig erscheinen lassen. Hier ein paar der Beispiele:

1. Fall: Etzel

In Etzel gab es einen Unfall in den dortigen Erdölspeicherkavernen. Diese Kavernen sind riesige Hohlräume in Salzstöcken, in denen tausende Liter Rohöl lagern. Wenn es dort eine Lekage gibt, so könnte das verheerende Konsequenzen für das Umland haben. Nichts desto trotz hat das LBEG angeblich die Unterlagen eines ‚Unfalls‘ im Kavernenspeicher Etzel, der in einem texanischen Gericht verhandelt wird angeblich NICHT VORLIEGEN. Sie wollten 500€ von mir, um diese Unterlagen zu besorgen: https://fragdenstaat.de/anfrage/unterlagen-zum-fall-triuva-kapitalverwaltungsgesellschaft-mbh-gegen-baker-hughes-inc-et-al/. Ich habe mir einen Teil dieser Unterlagen dann über das texanische Gericht für UMSONST selber besorgt (https://www.unitedstatescourts.org/federal/txsd/1297716/), und sie sprechen eine ganz andere Sprache, als das, was man uns hier in DE erzählt hat. Die Rede ist von „Defective Design“ und nicht von einem kann-schon-mal passieren kleinen Zwischenfall. Wem soll ich also Glauben schenken, einem Gericht in Texas oder einer deutschen Bergbehörde?

2. Fall: die Bohrschlammgruben (https://fragdenstaat.de/anfrage/bohrschlammgruben-in-deutschland/)

Wir haben in DE einige tausend Sickergruben, in die giftige Abfälle aus der Industrie noch bis in die 80er verbracht wurden. Diese sind vermutlich zum Großteil NICHT CONTAINED, d.h. Giftstoffe könnten seit Jahren aus ihnen in die Umwelt gelangt sein. Sie wurden damals einfach mit Erde zu geschüttet, auf manchen wurde sogar Ackerbau betrieben. Nun rennen die Behörden durch die Landschaft und suchen diese Gruben, denn ganz offensichtlich haben sie keinen Plan a) wo genau sie sich befinden, b) was dort verbracht wurde. Das sind Zustände wie in einer Bananenrepublik und weist auf ein schwerwiegendes Datenmanagement Problem bei den zuständigen Behörden hin. Das LBEG bestreitet, davon gewusst zu haben und schiebt die Verantwortung auf die Länder, trägt aber wiederum die inzwischen gefundenen Schlammgruben in sein GIS System (zu dem ich gleich komme) ein – um mir dann anschließend den Zugang zu diesen Geodaten zu verweigern: http://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=1J5OYOEn.

3. Fall: Das NIBIS

Das LBEG hat das GIS System NIBIS (http://nibis.lbeg.de/cardomap3/), angeblich um die Öffentlichkeit zu informieren (http://www.ngsmbh.de/bin/pdfs/Vortrag_211014_Sikorski.pdf). Tatsächlich lassen interne Präsentationen darauf schließen, dass das NIBIS viel umfangreicher ist, als man von Außen sieht, und das es, anders als bei den Bohrschlammgruben behauptet, eben doch Daten aus ganz Deutschland enthält (http://hessenenergie.de/Downloads/Dl-Nach/dln-tgf/tgf-10/tgf-10-pdfs/3_Brauner-150910.pdf), z.B. die Bohrdatenbank aller Tiefbohrungen in Deutschland, die man sogar als ArcGIS Shapefile herunterladen kann, in sofern man damals, als ich das gemacht habe, noch explizit zugestimmt hat, dass sie die IP loggen. Eine Unrechtmäßigkeit, die sie in zwischen eingestellt haben (https://nibis.lbeg.de/DetailseitenKartenserver/SimpleDownload/downloads/Bohrungen.zip). Das ist das Einzige, was man beim LBEG überhaupt irgendwie an interessanten Daten zu sehen bekommt. Man könnte das ‚einen guten Anfang‘ nennen, wenn nicht bei einigen einfachen SQL-Abfragen sehr schnell klar würde, dass diese Daten unvollständig sind. So ist z.B. der Verfüllstatus, also ob eine Tiefbohrung nach Ende der Öl- oder Gasförderung sachgemäß verschlossen wurde, von 5350 Bohrungen in Deutschland ‚NULL‘ – also NICHT BEKANNT (https://twitter.com/kali0x2a/status/741386460910256130). Das hat das LBEG bisher vermieden zu kommentieren. Ebenso schweigsam verhält es sich bei Anfragen zu einem neuen IT-System, das sie gerade dabei sind zu entwickeln, dem BERGPASS (https://t.co/tzdoDEn7W0). Es wird viel geredet, über Transparenz & Bürgerbeteiligung, aber unsere Anfragen, die Bürger bei der Entwicklung des Systems mit einzubeziehen, bleiben unbeantwortet. Wenn man sich das ‚Merkblatt Datenzugang‘ des LBEG durchliest, bekommt man eine Idee davon, warum: https://t.co/jbXFhBvxbn – Geodaten, die mit unseren Steuergeldern erhoben werden, scheinen ein Riesengeschäft zu sein. Es drängt sich also der Verdacht auf, dass das LBEG sein Software & Datenangebot exklusiv für die Industrie ausrichtet und sich für die Sicherheit und Transparenz gegenüber den Bürgern nur wenig bis gar nicht interessiert.

4. Fall: Hammgas

So. Nun ist der Punkt an dem es creepy wird. Wir haben vor einigen Wochen über Facebook eine anonyme Warnung erhalten, die eine Erdgasbohrung in Hamm betrifft, benannt ‚Herbern 58‘:
https://twitter.com/StopptFracking/status/764453055836200961
https://twitter.com/kali0x2a/status/764477017165357057
https://twitter.com/kali0x2a/status/765578140785795072
https://twitter.com/StopptFracking/status/765218651918041088
Die anonyme Person ‚Silvio Müller‘ gab an, delikate Informationen über Pfusch an dieser Bohrung zu haben und fetzte sich Tagelang immer wieder auf FB mit Vertretern der Industrie, die wiederum die gesamten Konversationen umgehend löschten, den Anonymen als ‚Judas‘ beschimpften und versuchten ihn/sie einzuschüchtern. Er wusste scheinbar Details der Prozeduren vor Ort, die eigentlich nur jemand wissen kann, der dort war. Einer der vielen Vorwürfe, die die Person machte war, dass die Bohrung Herbern 58 nicht dicht sei. Auf die technischen Details von Öl- & Gasbohrungen näher einzugehen würde nun den Umfang dieser eh schon langen Mail sprengen, wie auch immer, es gibt ein Verfahren, einen so genannten Log, in diesem Fall ein Cement Bond Log (CBL), der die Dichtigkeit einer Bohrung nachweisen kann. Wann auch immer irgendwo auf der Welt eine Bohrung in die Luft fliegt, werden Leute nach diesem CBL fragen, und so auch die anonyme Person, sowie Umweltschützer und Anwohner. Die Bezirksregierung Hamm MUSS diesen Log vorliegen haben, denn ohne ihn wäre die Genehmigung einer Testförderung (deren Sonderbetriebsplan sie uns bis heute ebenfalls schuldig bleibt https://fragdenstaat.de/anfrage/sonderbetriebsplan-testbetriebtestforderung-der-bohrung-herbern-58/) in Deutschland nicht legal. Sie müssen diesen Log also haben, aber rausrücken (https://fragdenstaat.de/anfrage/zementlog-der-bohrung-herbern-58/), um die Sache so schnell wie möglich auf zu klären, wollen sie ihn nicht, und auch sonst keine Fragen dazu beantworten. Sie haben auf vielen Wegen versucht sich technisch raus zu reden, aber eine eindeutige Aussage im Bezug auf den CBL scheuen sie bis heute. Herbern 58 ist zwar kaum mit der Macondo zu vergleichen, dennoch waren die Zementierung und der BOP-Stack, die 2 Dinge, über die ‚Silvio Müller‘ sich beschwert, DIE entscheidenden Faktoren bei dem Deepwater Horizon Unglück 2010, nur mal so, ganz nebenbei.

Zu all dem kann ich aus eigener langjähriger Erfahrung im Struggle mit der Öl- & Gasindustrie weltweit nur sagen, dass speziell in dieser Industrie generell und traditionell, eine Geheimniskrämerei wie sonst nur bei Geheimdiensten üblich herrscht. Egal ob es sich nun um Geodaten möglicher Ölvorkommen oder Daten, die ihre Compliance mit dem Gesetz nachweisen, handelt, die für alle Bürger offen einsehbar sein sollten. Des Weiteren besteht in Deutschland eine Cozyness der Bergbehörden wie LBEG & BGR mit der Industrie, die durchgehend besorgniserregend ist: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Extrakasse-Bundesanstalt-Gefaelligkeitsgutachten-Gorleben-Fracking,bundesanstalt104.html. Wundern tut mich das nicht. Es sind die gleichen Behörden, die die Förderabgabe einkassieren, es besteht hier also ein direkter Interessenkonflikt. In den USA haben sie die Bergbehörde MMS (Mineral Management Service) genau aus diesem Grund nach Deepwater Horizon in 2 seperate Behörden aufgeteilt.

Einer Sache bin ich mir sicher, wenn es in DE jemals zu einem Unfall dieser Größenordnung kommen wird, werden sich erneut alle fragen: Warum hat das keiner gewusst. – Die Antwort darauf kann ich euch schon heute geben: wegen der mangelnden Transparenz.

Was rät uns die OKFN, wie sollen wir mit dieser Behörde umgehen, die die Bürger bewusst und im großen Stil über Sicherheitsprobleme im Dunkeln lässt? Denn ich bin ganz ehrlich gesagt so ziemlich am Ende mit meinem Latein.

LG
kali

 

Offener Brief an Rex Tillerson, CEO von ExxonMobil [von Lou Allstadt, Ex-Vize von Mobil Oil]

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Übersetzt von einem offenem Brief von Lou Allstadt an Rex Tillerson, CEO von ExxonMobil: https://www.scribd.com/document/209353440/Allstadt-to-Tillerson, Datum ist mir leider nicht bekannt.

Lieber Rex,

wir haben uns nie getroffen, aber ich habe sechs Monate lang für Ihr Unternehmen gearbeitet, direkt nach der ExxonMobil Fusion, deren Umsetzung ich auf der Seite Mobils koordiniert habe. Das war nach 30 Jahren Arbeit für die Mobil Oil Corporation, wo ich vor der Fusion Vizepräsident und Geschäftsführer für Exploration und Produktion für die USA, Kanada und Lateinamerika war. Ich lebe nun in New York. Die letzten fünf Jahre habe ich aktiv versucht, Ihre Firma und den Rest der Industrie davon abzuhalten hier zu fracken. Ich sehe in mehreren Presseartikeln, dass Sie selbst Fracking-Probleme haben, mit einem Frackwassertank und LKW-Verkehr, die möglicherweise die Aussicht und den Wert Ihres Grundstücks beeinträchtigen könnten.

Als Reaktion auf die Aussicht, dass Fracking unsere Gemeinden zerstören könnte, haben viele New Yorker Gemeinden Mindestabstandsregelungen erlassen, die schwere Industrie, inklusive aller Aktivitäten, die mit der Öl- & Gasförderung zu tun haben, untersagen. Diese Gesetze bedeuten, zusammen mit den geringen Aussichten auf eine wirtschaftliche Gasproduktion in New York, dass wir wahrscheinlich nicht auf Frackwassertürme schauen müssen, geschweige denn neben Bohrplätzen leben müssen. Ich sage ‚wahrscheinlich‘, denn Ihre Industrie bekämpft diese Mindestabstandsregelungen immer noch vor den Gerichten.

Ironischerweise ist Ihre Argumentation in den Gemeideratssitzungen von Bartonville, Texas so gut wie identisch mit der Argumentation, die ich und viele andere Bürger benutzen, um unsere lokalen Gemeinderäte davon zu überzeugen, Gesetze zu verabschieden, um genau das Problem zu vermeiden, dem Sie nun gegenüberstehen, inklusive der ganzen restlichen Infrastruktur- und Entsorgungsprobleme, die mit Fracking verbunden sind.

Niemand sollte neben Bohrplätzen, Gasverdichterstationen, konstantem Schwerlastverkehr oder Frackwassertürmen leben müssen, noch sollte jemandes Trinkwasser verunreinigt werden. Sie und ich lieben die Orte an denen wir leben, aber letztendlich, wenn sie von Fracking oder Fackwassertürmen zerstört werden, können wir uns leisten unsere Sachen zu packen und woanders hin zuziehen. Allerdings können es sich viele Leute nicht leisten, wegzuziehen, wenn sie ihr Wasser nicht länger trinken oder ihre Luft nicht mehr atmen können, da sie zu nah an einem Ihrer Bohrplätze oder Verdichterstationen leben.

Meine Bemühungen gegen Fracking begannen mit Wasser – nicht der Aussicht, einen Wasserturm von meinem Haus aus sehen zu müssen, sondern den Regulierungen, die Gasbohrungen in unseren Trinkwasserquellen zulassen würden, zusätzlich zu Bohrplätzen neben unseren Häusern, Schulen, Krankenhäusern, und Pflegeheimen. Diese Fragen sind legitim, aber sie sind lokal. Ich bin mittlerweile viel besorgter um die Treibhauswirkung der fossilen Brennstoffe im Allgemeinen und speziell um den großen Einfluss der Methanemissionen aus Erdgasproduktion und -transport. Das sind globale Probleme, vor denen lokale Mindestabstände nicht schützen können. Nur ein konsequenter Umstieg zu erneuerbaren Energien kann die katastrophalen Auswirkungen auf das Klima abmildern.

Bevor ich schließe, sollte ich erklären, warum ich von ExxonMobil als „Ihr Unternehmen“ spreche. Viele Jahre mach meinem Ruhestand dachte ich an ExxonMobil als „mein Unternehmen“. Ich dachte, dass die Stringenz und Disziplin des Unternehmens in vernünftige Projekte zu investieren, das Beste war, das es gab und ExxonMobil war meine größte Einzelinvestition. Ich besitze keine Anteile an ExxonMobil oder an irgend einem anderen Ölkonzern mehr. Ich würde es vorziehen ein früher Investor in alternative Energiequellen für das 21. Jahrhundert zu sein, anstatt an schwindenden Zukunftsaussichten für Investitionen in die fossilen Brennstoffe des 19. und 20. Jahrhundert festzuhalten.

Es ist an der Zeit, dass ExxonMobil anfängt sich von Öl & Gas abzuwenden und sich den Alternativen zuzuwenden – sowohl aus ökologischen Gründen und um die langfristige Rentabilität des Unternehmens zu sichern. Viele große Energieproduzenten und -verbraucher bauen eine CO2-Steuer in ihre langfristigen Planungen ein. Die Einführung einer CO2-Steuer könnte ein Weg sein, den Konzern ins 21. Jahrhundert zu führen. Zuzugeben, dass die Methan-Emissionen Erdgas als Brückentechnologie disqualifizieren, ist ein anderer.

Viel Glück mit diesem Frackwasserturm. Ich hoffe Sie müssen nicht umziehen und dass Sie vielen anderen Leuten helfen werden, in den Häusern zu bleiben, die sie lieben.

Grüße, Lou Allstadt

Ende der Übersetzung.

 

#ExxonKnew – Exxon wusste es

 

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„Es ist nicht nur was Exxon getan hat, es ist was es jetzt tut.“  (von @TomDispatch)

 

Übersetzt vom Original-Artikel: http://www.postcarbon.org/exxons-never-ending-big-dig/ von Bill McKibben am 18.02.2016

Exxons bodenlosen Ölfass

Hier ist die Geschichte so weit. Die höchsten gesetzlichen Vertreter der acht- und sechzehnt-größten Volkswirtschaften der Erde (Kalifornien und New York) ermitteln gegen die größte Ölfirma der Erde (ExxonMobil), während beide demokratischen Präsidentschaftskandidaten das [amerikanische] Bundesjustizministerium auffordern, sich an der Untersuchung zu beteiligen, die sich als eine der größten Unternehmensskandale der amerikanischen Geschichte herausstellen könnte. Und dies ist nur der Anfang. So schlimm sich Exxon auch in der Vergangenheit verhalten hat, was es nun tut, ist  – vollkommen legal – mit zu helfen, den Planeten über den Rand zur größten Kriese in der gesamten Menschheitsgeschichte zu stoßen.

Letzten Herbst hast du vielleicht davon gehört, dass Exxon aufgedeckt hatte, was es schon sehr früh über den Klimawandel wusste. Vielleicht hast du dir sogar gedacht: das überrascht mich nicht. Sollte es aber. Sogar für jemanden wie mich, der sich schon sein ganzes Leben lang mit dem Fass ohne Boden, das Gier und der Klimawandel darstellt, beschäftigt, kam diese Nachricht und ihre Bedeutung wie ein Schock: es stellt sich heraus, dass man sich das letzte viertel Jahrhundert sinnloser Klima-Debatte hätte sparen können.

Zu Anfang deckten Untersuchungen des Pulitzer-Preis Gewinners Inside Climate News, der Los Angeles Times und der Columbia Journalism School in außergewöhnlichem Detail auf, dass Exxons höchsten Vorsitzenden alles bekannt war, was es über den Klimawandel in den 80ern zu wissen gab. Eigentlich sogar schon früher. Folgendes erklärte der führende Wissenschaftler des Unternehmens James Black Exxons Unternehmensführung 1977: „In erster Linie besteht generelle wissenschaftliche Einigkeit darüber, dass die wahrscheinlichste Art und Weise in welcher Menschen das Weltklima beeinflussen, der Ausstoß von Kohlendioxid durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen ist.“ Um dies zu ermitteln hatte das Unternehmen einen Öltanker mit Kohlendioxid-Sensoren ausgestattet um die Konzentration des Gases über dem Ozean zu messen um dann aufwendige Computermodelle zu finanzieren, um vorherzusagen, wie sich Temperaturen in Zukunft entwickeln würden.

Die Ergebnisse dieser Arbeit waren eindeutig. 1982 wurden die Vorsitzenden von Exxon in einer internen „Unternehmens-Fibel“ davon unterrichtet, dass, trotz fortbestehender Unbekannten, die Behandlung des Klimawandels eine „umfassende Reduktion der Verbrennung fossiler Brennstoffe erfordert.“ Solang das nicht geschieht, so die Fibel, unabhängige Experten zitierend, „gibt es einige, potentiell katastrophale Begebenheiten, die in Betracht gezogen werden müssen … Sobald die Auswirkungen messbar sind, könnten sie bereits unumkehrbar sein.“ Doch dieses Dokument, das innerhalb von Exxon „weite Verbreitung fand“, war ebenfalls mit „nicht extern verbreiten“ gestempelt.

Das ist also, was passiert ist. Exxon nutzte sein Wissen über den Klimawandel um seine eigene Zukunft zu planen. Das Unternehmen pachtete z.B. große Teile der Arktis für die Öl-Exploration, Gebiete in denen, wie ein Wissenschaftler des Unternehmens 1990 darlegte, „ein potentieller Klimawandel helfen könnte Explorations- und Produktionskosten zu senken“. Nicht nur das, „von der Nordsee bis zur Kanadischen Arktis“ machten sich Exxon und seine Partner daran „die Decks von Offshore-Plattformen zu erhöhen, Pipelines vor zunehmender Küstenerosion zu schützen und Helipads, Pipelines und Straßen für eine sich erwärmende und zunehmend instabile Arktis zu entwerfen.“ In anderen Worten, das Unterthemen begann seine Infrastruktur auf eine Zukunft vorzubereiten, von der seine eigenen Wissenschaftler wussten, dass sie unvermeidbar war.

Aber in der Öffentlichkeit? Exxon hat nichts davon zugegeben. In der Tat hat es genau das Gegenteil getan. In den 1990ern begann es Geld und Einfluss in die Verdunkelung der Wissenschaft um den Klimawandel zu stecken. Es finanziert Think Tanks, die die Leugnung des Klimawandels verbreiten und rekrutiert sogar Lobby-Talente aus der Tabak-Industrie. Es folgt den Strategien der Tabakindustrie, in dem es die „Unsicherheit“ der Klimawissenschaft betont. Und es gibt großzügig Geld aus um Politiker zu unterstützen, die bereit sind, den Klimawandel runter zu spielen.

[Exxons] CEO, Lee Raymond, reiste 1997 sogar nach China und spornte dort die Regierungschefs an, die fossile Brennstoffwirtschaft mit Volldampf voranzutreiben. Die Erde kühle sich ab, so beharrte er [Link zu dem Dokument ist inzwischen tot], während seine Ingenieure die Bohrinseln erhöhten, um den sich erhöhenden Meeresspiegel zu kompensieren. „Es ist höchst unwahrscheinlich,“ sagte er, „dass die Temperatur in der Mitte des nächsten Jahrhunderts signifikant beeinflusst wird, ob Richtlinien jetzt oder erst in 20 Jahren erlassen werden.“ Das war nicht nur verkehrt, sondern überwältigend verkehrt – so verkehrt wie man nur sein kann.

Sünden der Unterlassung

In der Tat könnte Exxons Betrug – seine Fähigkeit Regulierungen seit 20 Jahren zu verhindern – für die geologische Geschichte des Planeten absolut entscheidend sein. Es geschieht in diesen zwei Jahrzehnten, dass die Treibhausgasemissionen rapide ansteigen, ebenso wie die globalen Temperaturen, bis im 21. Jahrhundert das „heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“ zu einem alten Hut wurde. Und das ist das Endresultat: hätte Exxon die Wahrheit gesagt, über das, was es bereits 1990 wusste, vielleicht hätten wir nicht ein viertel Jahrhundert mit einer künstlichen Debatte über die Wissenschaft um den Klimawandel verschwendet, noch hätte irgendjemand Exxon der Panikmache bezichtigt. Wir hätten ganz einfach mit der Arbeit anfangen können.

Aber Exxon hat nicht die Wahrheit gesagt. Eine Studie der Yale Universität, die letzen Herbst in der ‚Proceedings of the National Academy of Sciences‘ veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Geld von Exxon und den Koch Brüdern eine Schlüsselrolle in der Polarisierung der Klima-Debatte in diesem Land [USA] spielt.

Die Sünden des Unternehmens – von Vermeidung und Beeinflussung – könnten sich sogar als kriminell erweisen. Ob das Unternehmen „die Öffentlichkeit belogen“ hat, ist die Frage, die der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman letzen Herbst entschied zu untersuchen, und die ihn zu dem großen Gesetzeshüter unserer Ära machen könnte, wenn seine Untersuchungen nicht im Sande verlaufen. Es gibt verschiedene Gesetze gegen Verbraucherbetrug, gegen die Exxon verstoßen haben könnte, und es könnte versäumt haben, relevante Informationen gegenüber seinen Anlegern offen zulegen, welche Art von Lüge wohl in unserem Land [USA] am illegalsten ist. Nun erhält Schneiderman Rückendeckung von der Kalifornischen Staatsanwaltin Kamala Harris, und eventuell – wenn die Aktivisten den Druck aufrecht erhalten – ebenfalls vom [amerikanischen] Justizministerium, obwohl sein all zu gut bekannter Wiederwille den Verfehlungen der großen Banken nachzugehen, nicht gerade Hoffnung weckt.

Der Punkt ist: das alles war schon damals nicht gut, aber Exxon und viele seiner großen Partner in der Energiebranche verhalten sich heute mindestens genauso schlimm, nun da sich das Tempo der Erwärmung beschleunigt. Und das alles ist legal – gefährlich, dumm und unmoralisch – aber legal.

Oberflächlich hat sich bei Exxon in der Tat ein Bisschen etwas verändert, in den letzten Jahren.

Zum Einen hat es zumindest in bescheidendem Umfang aufgehört den Klimawandel zu leugnen. Rex Tillerson, Raymonds Nachfolger als CEO [von Exxon] erzählte den Weltführern nicht mehr, dass sich der Planet abkühlt. Er sprach 2012 vor dem Council on Foreign Relations und sagte, „Ich streite nicht ab, dass steigende CO2 Emissionen in der Atmosphäre einen Einfluss haben werden. Sie werden einen erwärmenden Einfluss haben.“ Natürlich fuhr er umgehend fort, dass dieser Einfluss in der Tat ungewiss, schwer abzuschätzen, und in jedem Fall völlig beherrschbar sei. Seine Argumentation war bemerkenswert. „Wir werden uns anpassen. Wetterveränderungen, die die Gebiete verschieben, in denen Landwirtschaft betrieben werden kann – wir werden uns daran anpassen. Es ist ein technisches Problem und hat technische Lösungen.

Zu diesem Juwel eines Kommentars kommt dies: das eigentliche Problem sei, so beharrte er, dass wir eine Gesellschaft haben, die im Großen und Ganzen in diesen Bereichen, Wissenschaft, Mathematik und Ingenieurstechnik ungebildet ist, was wir tun ist ein Mysterium für sie und sie finden es unheimlich. Und deshalb schafft es einfache Möglichkeiten für Gegner der [Öl & Gas] Entwicklung, Organisationen der Aktivisten, Angst zu erzeugen.

Genau. Das war im Jahre 2012, in den Monaten der Überschwemmungen in Asien, die zig Millionen vertrieben und während des heißesten Sommers seit Beginn der Aufzeichnung in den Vereinigten Staaten, als ein großer Teil unserer Getreideernte ausfiel. Ach ja, und es war kurz vor Hurrikan Sandy.

Er setzt dieselbe angriffslustige Rhetorik während seiner gesamten Amtszeit fort. Auf der letztjährigen Hauptversammlung von ExxonMobil z.B., sagte er, dass, wenn die Welt mit „unfreundlichem Wetter „, welches „eventuell oder auch nicht durch den Klimawandel verursacht wurde“, zu tun bekommt, sollten wir uns mit nicht näher bezeichneten „neuen Technologien“ beschäftigen. Die Menschheit, so erklärte er  „hat diese enorme Kapazität mit Widrigkeiten fertig zu werden.“

Mit anderen Worten, wir reden nicht mehr über schlichte Leugnung, nur die Leugnung dessen, dass wirklich etwas unternommen werden muss. Und selbst wenn das Unternehmen etwas zu unternehmen vorschlägt, sind seine Vorschläge auffallend flüchtig. Exxons PR-Team z.B., hatte diskutiert eine Besteuerung von CO2 zu unterstützen, was aber Wirtschaftswissenschaftler links, rechts und aus der Mitte seit den 1980ern empfehlen. Aber der Mindestbetrag, den sie vorschlagen – irgendwo zwischen $40 und $60 pro Tonne – würde ihr Geschäft nicht maßgeblich beeinträchtigen. Schließlich bestehen sie darauf, dass all ihre Reserven im Zusammenhang mit solch einem Preisanstieg förderwürdig bleiben, was hauptsächlich dazu dienen würde, das Leben der bereits endständigen Kohleindustrie zu erschweren.

Angenommen du denkst, dass eine CO2 Steuer eine gute Idee ist – was sie in der Tat ist, denn jedes Signal hilft Investitionsentscheidungen zu beeinflussen. In diesem Fall hat Exxon sein Bestes getan, dass das, was sie in der Theorie vorgeben zu unterstützen, niemals zur praktischen Anwendung kommen wird.

Betrachten wir z.B. ihre politischen spenden. Die Webseite ‚Dirty Energy Money‚, organisiert von ‚Oil Change International‘ ermöglicht es, zu verfolgen, wer wem was gespendet hat. Wenn man sich Exxons gesamte politische Spenden von 1999 bis heute ansieht, [zeigt sich], dass eine große Mehrheit seines politischen Harems den berühmten ‚Taxpayer Protection Pledge‘ von Grover Norquists ‚Americans for Tax Reform‘ [Amerikaner für Steuerreform] gezeichnet hat, der sie verpflichtet, gegen jede Art von neuen Steuern zu stimmen. Norquist selbst schrieb dem [US-amerikanischen] Kongress ende Januar „eine CO2-Steuer sei eine Mehrwertsteuer auf Stützrädern. Jede CO2-Steuer würde sich unvermeidlich über weitere und weitere Teile der Wirtschaft ausbreiten, bis wir [die USA] eine Mehrwertsteuer wie in Europa haben.“ Wie er einem Reporter gegenüber letztes Jahr äußerte, “ ich sehe keinen Weg viele republikanische Stimmen für eine CO2-Steuer zu gewinnen“, und da er als der „der mächtigste Mann in der amerikanischen Politik“ gilt, scheint er damit richtig zu liegen.

Der einzige demokratische Senator in Exxons Top-60-Liste war die ehemalige Senatorin von Louisiana Mary Landrieu, die einen großen Vorteil bei der letzten Wahl darstellte, da sie die „Schlüsselstimme“ bei der Blockade der CO2-Steuer im Kongress war. Bill Cassidy, der Mann, der sie besiegte, ist ebenfalls ein Exxon-Favorit, und er verlor keine Zeit sich an einem Gesetzesentwurf gegen jede Art von CO2-Steuern zu beteiligen. Mit anderen Worten, man kann Exxons Zugeständnisse in Sachen Klimawandel in Wirklichkeit als Hütchenspiel bezeichnen.

Das bodenlose Fass

Das ist noch nicht einmal das größte Problem.

Das größte Problem ist Exxons Business-plan. Das Unternehmen gibt riesige Mengen Geld für die Suche nach neuen Kohlenwasserstoffen aus. Angesichts des jüngsten Einbruchs des Ölpreises hat es seine Ausgaben in der Tat 2015 um 12% auf $34 Milliarden und 2016 um weitere 25% auf $23,2 Milliarden gekürzt. Das bedeutet, dass Exxon 2015 $63 Millionen am Tag[!] ausgab um „neue  Projekte online zu bringen“. Es gibt immer noch ganze $1,57 Milliarden im Jahr auf der Suche nach neuen Kohlenwasserstoff-Lagerstätten aus – $4 Millionen am Tag, jeden Tag.

Trotz des derzeitigen Schnäppchen-Ölpreises prahlt es immer noch mit seinen Expansionsplänen im Golf von Mexiko, Ost-Kanada, Indonesien, Australien, dem Osten von Russland, Angola und Nigeria. „Die Stärke unserer globalen Organisation ermöglicht es uns in allen geologischen und geographischen Umgebungen zu operieren, mit branchenführender Technologie und Kompetenz.“ Und seine Bereitschaft mit praktisch jedem Regime da draußen ins Bett zu steigen macht es ihnen noch leichter. Irgendwo in seiner Trophäensammlung hat Rex Tillerson z.B. eine ‚Orden der Freundschaft‘-Medaille von Vladimir Putin. Alles was dafür nötig war, war ein Energie-Joint-Venture, das auf $500 Milliarden geschätzt wird.

Du wirst vielleicht sagen, das ist nun mal was Öl-Unternehmen tun, neues Öl finden, richtig? Unglücklicher Weise ist es genau dass, was wir sie nicht mehr tun lassen sollten. Vor ungefähr einem Jahrzehnt haben Wissenschaftler zu ersten Mal begonnen ein „Kohlenstoff-Budget“ für den Planeten aufzustellen – eine Schätzung der Menge an Kohlenstoff, die wir zusätzlich verbrennen können, bevor wir die Erde komplett überhitzen.

Es gibt möglicherweise viele Tausende Gigatonnen Kohlenstoff, die aus dem Planeten gewonnen werden könnten, wenn wir weiter suchen. Die fossile Energiewirtschaft hat bereits mindestens 5000 Gigatonnen identifiziert, von denen sie Behörden, Aktionären und Banken sagen, dass sie sie fördern wollen. Wie auch immer, wir können nur weitere 900 Gigatonnen an Kohlenstoff verbrennen, bevor wir den Planeten in desaströser Weise überhitzen. Bei der momentanen Entwicklung haben wir dieses „Budget“ bereits in wenigen Jahrzehnten erreicht. Der Kohlenstoff, den wir bereits verbrannt haben, hat die Temperatur des Planeten bereits um 1°C ansteigen lassen, und auf unserem derzeitigen Kurs werden wir genug verbrennen, um in weniger als 20 Jahren auf über 2°C zu kommen.

Zu diesem Zeitpunkt denkt eigentlich kein Klimawissenschaftler mehr, dass ein Zwei-Grad-Anstieg der Temperatur ein sicheres Zeil ist, da bereits bei einem Grad die Polkappen beginnen zu schmelzen. (In der Tat zeigen neuste, diesen Monat veröffentlichte Daten, dass wir beim Erreichen der Zwei-Grad-Marke bereits mit drastischem einem Anstieg der Meeresspiegel für einen Zeitraum leben werden müssen, der zweimal so lange andauert, wie die Menschheit überhaupt existiert.) Deshalb haben sich die Regierungen der Welt im November [2015] geeinigt, zu versuchen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C oder 3°F zu beschränken. Wenn man dieses Ziel erreichen will, sollte man ungefähr 2020 aufhören fossile Energieträger zu verbrennen, was unter technischen Gesichtspunkten so ziemlich jetzt ist.

Deshalb ist es komplett verantwortungslos von einem Unternehmen, die Welt in der Erdölexploration anzuführen, denn, wie Wissenschaftler sorgfältig erklärt haben, wir haben bereits Zugang zu vier bis fünf mal so viel Kohlenstoff in der Erde, wie wir sicher verbrennen können. Wir haben es bereits zur Verfügung. Also, warum sollten wir nach mehr suchen?  Wissenschafter haben uns einen guten Dienst erwiesen, genau die Arten fossiler Brennstoffe zu identifizieren, die wir nicht ausgraben sollten, und – das wisst ihr – verdammt viele befinden sich auf Exxons zukünftiger Wunschliste, einschließlich der Teersande in Kanada, einer besonders klima- und umweltschädlichen Art der Ölgewinnung.

Sogar Exxons einziger Versuch vom Unterbinden der globalen Erwärmung zu profitieren ist in sich zusammengebrochen. Vor einigen Jahren begann das Unternehmen eine berechnete Drehung in Richtung Erdgas, welches bei der Verbrennung weniger CO2 produziert. 2009 erwarb Exxon XTO Energy, ein Unternehmen, das die Kunst der Förderung von Erdgas aus Schiefer-Lagerstätten durch hydraulische Frakturierung gemeistert hatte. Inzwischen ist Exxon Amerikas führender Fracker und ein Pionier in den Erdgasmärkten überall auf der Welt. Das Problem mit Schiefergas – anders als das, was Rex Tillerson einmal „Bauer Joe zündet seinen Wasserhahn an“ nannte – ist folgendes: in den letzten Jahren stellte sich heraus, dass der Vorgang der Hydraulischen Frakturierung von Schiefer große Mengen Methan freisetzt, und dass Methan ein weitaus klimaschädlicheres Gas ist, als Kohlendioxid. Wie der Wissenschaftler der Cornell Universität Robert Howarth kürzlich feststellte, die Verbrennung von Erdgas für die Stromerzeugung erwärmt den Planeten wahrscheinlich schneller als die Verbrennung von Kohle oder Rohöl.

Exxons Beharren auf die fortgesetzte Exploration und Produktion von fossilen Brennstoffen bringt seinen Aktionären sicherlich einen Gewinn auf Zeit, auch wenn es die Erde teuer zu stehen kommt. Fünf der zehn größten Jahrengewinne, von denen ein Unternehmen je berichtet hat, in den letzten Jahren, wurden von Exxon erzielt. Aber sogar das finanzielle Argument schwächelt inzwischen. In den letzen fünf Jahren ist Exxon hinter viele seiner Konkurrenten, sowie dem breiteren Markt zurückgefallen, und ein Hauptgrund dafür ist, laut der ‚Carbon Tracker Initiative‘ (CTI), seine hohen Investitionen in besonders teure, aufwendig zu fördernde Öl & Gas Ressourcen.

In 2007, so berichtet die CTI, machten die Kanadischen Teersande, und ähnliche Schweröl-Lagerstätten, 7,5% von Exxons nachgewiesenen Reserven aus. In 2013 ist diese Zahl auf 17% angestiegen. Eine intelligente Business-Strategie für das Unternehmen, so die CTI, würde einschließen, sein Explorations-Budget zu senken und sich auf die Ölfelder zu konzentrieren, zu denen es Zugang hat, die auch bei niedrigen Prisen noch profitabel gefördert werden können, und den Cash-Flow zu nutzen um Aktien zurück zu kaufen oder die Investoren anderweitig zu entlohnen.

Das würde wiederum bedeuten, Exxon müsste seinen texanischen ‚groß-ist-gut‘-Ansatz durch etwas wesentlich Bescheideneres ersetzen. Und während wir davon sprechen, was das größte Unternehmen des Planeten für einen bedeutenden Teil des zwanzigsten Jahrhunderts war, scheint Exxon den ‚größer-ist-besser‘-Pfad fortzuführen. Sie wetten darauf, dass der Ölpreis in angemessen naher Zukunft steigen wird, dass alternative Energien nicht schnell genug entwickelt werden, und dass die Welt den Klimawandel nicht aggressiv bekämpfen wird. Und das Unternehmen wird weiterhin versuchen, diese Wetten zu gewinnen, indem es aggressiv Politiker unterstützt, die sicherstellen, dass sich nichts ändert.

Kann Exxon unter Druck gesetzt werden?

Neben dieser heftigen Haltung zur Zukunft des Planeten scheinen die milden Anfragen der Aktivisten in den letzten 25 Jahren ziemlich sinnlos. Auf ExxonMobils Hauptversammlung 2015, z.B., haben religiöse Shareholder-Aktivisten zum x-ten mal nachgefragt, ob das Unternehmen wenigstens seine Pläne zum Management von Klimarisiken veröffentlicht. Sogar BP, Shell und Statoil haben dazu zugestimmt. Stattdessen warb Exxons Management gegen die Resolution und sie erhielt nur 9,6% der Stimmen, ein so niedriges Ergebnis, dass sie erst wieder in drei Jahren eingebracht werden kann. Zu dieser Zeit werden wir … ach, egal.

Was wir von Exxon benötigen werden wir nie bekommen: das Versprechen, dass sie den größten Teil ihrer Reserven im Boden lassen werden, dass sie weitere Exploration einstellen werden, und ein Versprechen sich aus der Politik fern zu halten. Drauf können wir lange warten.

Aber da Exxon hoffnungslos seiner Wege geht, wächst die Abscheu. Die Ermittlungen der Generalstaatsanwälte aus New York und Kalifornien bedeuten, dass das Unternehmen viele seiner Dokumente übergeben muss. Wenn Journalisten in öffentlichen Archiven so viel über Exxons Betrug herausfinden konnten, was kann erst jemand mit rechtlichen Zwangsmaßnahmen erreichen. Viele andere Gerichtsbarkeiten könnten sich ebenfalls beteiligen.

Auf den Pariser Klimaverhandlungen im Dezember [2015] veranstaltete ein Gremium von Rechtsprofessoren eine gut besuchte Tagung über verschiedene Rechtstheorien, die Gerichte überall auf der ganzen Welt anwenden könnten, um dem täuschenden Verhalten des Unternehmens entgegenzutreten. Wenn das beginnt kann man auf eines zählen: die Scheinwerfer werden sich nicht nur auf Exxon richten. Wie bei den Tabbakunternehmen in den Jahrzehnten, in denen sie die Gefahren von Zigaretten vertuscht haben, gibt es eine gute Chance, dass große Energiekonzerne mit ihren Fachverbänden und anderen Frontgruppen mit drin hängen. In der Tat veröffentlichte Inside Climate News, kurz vor Weihnachten, einige entlarvende neue Dokumente über die Rolle, die Texaco, Shell und anderen Größen in einer Studie des American Petroleum Institute zum Klimawandel in den frühen 1980ern gespielt haben. Ein Prozess wäre ein tiefgreifendes Ereignis – eine Abrechnung für das Verbrechen des Jahrtausends.

Aber während wir auf die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen warten, gibt es viel zu organisieren, wenn es um Exxon, den Klimawandel und fossile Brennstoffe geht, auf der staatlichen und lokalen Ebene – alles von freundlichen Anfragen an mehr Staaten, sich an dem rechtlichen Verfahren zu beteiligen, über Behinderung von Tankstellen für ein paar Stunden, bis hin dazu, New York und Kalifornien darauf hin zu weisen, dass sie vielleicht nicht Millionen von Dollar an Aktien in einem Unternehmen halten sollten, gegen das sie ermitteln. Es könnte sogar anfangen zu funktionieren.

Der Gouverneur von Vermont, Peter Shumlin, hob Exxon z.B. in seinem Bericht zum Zustand des Staates letzten Monat hervor. Er forderte den Gesetzgeber auf, seine Anteile an dem Unternehmen wegen seiner Täuschungsversuche zu veräußern. „Dies ist die Taktik der Tabbbakindustrie“, sagt er, „die für Jahrzehnte die Gesundheitsrisiken ihres Produktes, das Menschen umbringt, geleugnet haben. Anteile an ExxonMobil zu halten ist kein Geschäft, das Vermont eingehen sollte.“

Die Frage ist: Warum auf Gottes nicht-mehr-ganz-so-grünen-Erde sollte noch irgendwer Exxons Partner sein wollen?

Ende der Übersetzung.

 

 

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Open letter: ban fracking completely instead of risking climate, nature, drinking water and health

 

Translated from the original article from 22th of June, 2016: http://berliner-wassertisch.info/im-schatten-der-em-2016-will-die-regierung-das-pro-fracking-gesetzespaket-durchbringen/

 

verbaendebrief

Dear Members of Parliament,

with yesterday’s agreement to the fracking legislation package the coalition caves in to the pressure of the oil & gas industry and seeks to establish legal security for fracking in Germany. The legislation package represents no complete and indefinite ban and gives no adequate protection from the risks of fracking. Therefore it has to be rejected. With the art term ‚conventional fracking‘ fracking in tight gas or tight oil reservoirs will be generally allowed and will even be possible in Natura 2000 areas [nature reserves]. The bill suggests that fracking in sandstone is less dangerous because it has been practiced in Germany for decades. But earthquakes, soil & groundwater contamination as well as a increased number of cancer in German gas fields speak a different language. The risks for nature, drinking water and health depend on the application of the hydraulic fracturing process and not on to what reservoir or geologic horizon it is applied to.

The actual bill enables federal states to ban fracking in abandoned mining areas and regulates fracking in shale strongly. Therefore it represents a commendable improvement to the original bill. But it still does not meet the requirements of environmental protection, climate change mitigation and health protection. New scientific findings on the climate impact of methane emissions, hazardous transformation products from chemical reactions of fracking fluid with production water under ground are not addressed in the bill.

In addition, further unlocking of oil and gas reservoirs contradicts the goals of the Paris climate agreement and will result in an increase of global emissions, not in a decrease. the protection of climate, nature, drinking water and health must be top priority and must not be sacrificed to oil & gas industry interests.

Therefore we appeal to you: reject the negotiated bill package and stand up in the parliament for a comprehensive ban of fracking for the exploitation of hydrocarbons. That is the only way to create legal security for the affected local citizens and to ensure the safety of man and nature.

With best regards

End of translation

 

konentionell ⁄ unkonventionell eng

konentionell ⁄ unkonventionell