Besuch in Gasland: Dimock, Pennsylvania, US

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Übersetzt aus https://en.wikipedia.org/wiki/Dimock_Township,_Pennsylvania:

Grundwasserkontamination

Dimock ist der Schauplatz eines bekannten Falls von Grundwasserkontamination durch Hydraulische Frakturierung, der auch in der Dokumentation Gasland von 2010 gezeigt wird. In 2009 wurden 13 Trinkwasserbrunnen in Dimock mit Methan kontaminiert, eine von ihnen explodierte. Arsen, Barium, DEHP, Glycolverbindungen, Mangan, Phenol und Natrium wurden, in nicht akzeptablen Mengen, in den Trinkwasserbrunnen gefunden. Als Folge war Cabot Oil & Gas gezwungen, die Anwohner finanziell zu entschädigen und mit einer alternativen Wasserversorgung auszustatten, bis Filtersysteme in den betroffenen Brunnen installiert wurden. Die Firma streitet weiterhin ab, das Hydraulische Frakturierung an den Vorfall beteiligt war. Im Mai 2012, nach der Installation der Filtersysteme in den betroffenen Häusern, verkündete die EPA, dass ihre letzten „Wasserproben keine Schadstoffkonzentrationen zeigten, die der EPA Anlass für weitere Schritte gäben.“ Methan und Arsen wurden nur in einem Brunnen gefunden. Cabot bestand darauf, dass das Methan im Wasser natürlich vorkommt, aber die Regulierungsbehörden haben den chemischen Fingerabdruck als Beweis dafür angeführt, dass es von Cabots Bohraktivitäten stammt. […]

Ende der Übersetzung

 29.07.2013: EPA [Amerikanische Umweltbehörde] zensierte zentrale Studie zur Grundwasserkontamination durch Fracking in Pennsylvania

Übersetzt vom ursprünglichen Artikel: Steve Horn auf desmogblog.com, Montag den 29.07.2013, 05:00 (http://desmogblog.com/2013/07/29/obama-epa-censored-fracking-water-contamination-study-dimock-pennsylvania)

Ein Artikel der Los Angeles Times von Neela Banerjee (http://www.latimes.com/nation/nationnow/la-na-epa-dimock-20130728-m-story.html), zeigt wieder einmal, dass die Obama-Regierung einer zentralen Studie der Amerikanischen Umweltbehörde EPA über Grundwasserkontamination durch Hydraulische Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung], dieses Mal in Dimock, Pennsylvania, den Riegel vorschiebt.

Obwohl die EPA in ihrer, im Wahljahr 2012 herausgegebenen, Stellungnahme (https://yosemite.epa.gov/opa/admpress.nsf/90829d899627a1d98525735900400c2b/1a6e49d193e1007585257a46005b61ad!opendocument) erklärte, dass Dimock’s Grundwasser nicht durch Hydraulische Frakturierung kontaminiert wurde, zeigen interne Dokumente, erhalten von LA Times-Reporterin Neela Banerjee, dass EPA-Mitarbeiter untereinander genau das Gegenteil erzählen.

„In einer internen PowerPoint-Präsentation der EPA, warnten Mitarbeiter ihre Vorgesetzten, dass mehrere Trinkwasserbrunnen am wahrscheinlichsten durch Erdgasbohrungen mit Methan und anderen Substanzen wie Mangan und Arsen verunreinigt wurden.“ schreibt Banerjee

„Die Präsentation, basierend auf Daten, die über 4,5 Jahre von 11 Trinkwasserbrunnen rund um Dimock gesammelt wurden, schlussfolgerte, dass ‚Methan und andere Gase, die während der Bohrung freigesetzt werden, scheinbar bedeutende Schäden an der Wasserqualität anrichten.‘ Die Präsentation kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass sich ‚Methan nach den Bohrarbeiten in signifikant höheren Konzentrationen in den Grundwasserleitern befindet, vermutlich als Folge der Hydraulischen Frakturierung und anderer Arbeiten an den Bohrungen“, erklärt Banerjee weiter.

Es ist im Grunde eine Wiederholung jenes Falls von Trinkwasserkontamination bei Steve Lipsky durch Range Ressources 2010 in Weatherford, Texas. In diesem Fall leitete die EPA eine durch Steuern finanzierte Studie, die ermittelte, dass Range Ressources für die Trinkwasserkontamination verantwortlich war. Die EPA verklagte Range Ressources – nur um dann damit fortzufahren, die Klage fallen zu lassen und die Studie im März 2012 zu zensieren (http://www.desmogblog.com/2013/01/16/breaking-obama-epa-shut-down-weatherford-tx-shale-gas-water-contamination-study).

Die EPA schob außerdem vor Kurzem eine bekannte Studie zur Grundwasserkontamination durch Hydraulische Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] in Pavillion, Wyoming auf die lange Bank, die ursprünglich 2014 veröffentlicht werden sollte. Diese Veröffentlichung ist nun für 2016 zu erwarten, abermals ein Wahljahr. Nur Tage nach der Entscheidung der EPA, stellte wiederum eine Studie der Duke Universität  eine Verbindung zwischen Hydraulischer Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] und der Grundwasserverunreinigung im Marcellus-Schiefer her (http://www.desmogblog.com/2013/06/24/duke-study-links-fracking-water-contamination-epa-drops-study-fracking-water-contamination).

„Wir wissen nicht genau, was los ist, aber die Tatsache, dass es einen solch eindeutigen Rückzug von diesen drei bekannten Fällen gab, wirft die Frage auf, ob die EPA dem Druck der Erdgasindustrie oder entsprechenden Mitgliedern des Kongress nachgibt.“ sagte Kate Sinding vom Natural Resources Defense Council [NRDC, international tätige, gemeinnützige Umweltschutzorganisation mit Sitz in New York] der LA Times.

Wiedereinmal die Arbeit von Ed Rendell (Gouverneur von Pennsylvania 2003-2011) und seinen Freunden?

Das im Herzen des Marcellus-Schiefers gelegene Dimock wurde, sowohl in „Gasland“, als auch im durch die Erdgasindustrie zur Wiederlegung der Filme von Josh Fox finanzierten Film der Klimawandel-Leugner Phelim McAleer (http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Phelim_McAleer) und Ann McElhinney, „FrackNation“ (http://www.desmogblog.com/2013/05/28/fracknation-part-two-koch-industries-ties-bind, http://www.desmogblog.com/2013/06/03/exposed-fracknation-deploys-tobacco-playbook-response-gasland-2), speziell herausgestellt.

Im Fall von „FrackNation“, nutzte McAleer die Stellungnahme der EPA für Propaganda-Zwecke. Er stellte Craig und Julie Sautner, deren Wasser durch Cabot Oil & Gas kontaminiert wurde, als Panikmacher dar, die ihren Unmut gegenüber der EPA Ausdruck verliehen, die ihnen zunächst im Privaten erklärt hatte, dass ihr Trinkwasser verunreinigt sei, dies aber nicht öffentlich zugab.

Die Sautners sind nicht alleine mit ihrer Frustration, sie befinden sich in guter Gesellschaft.

„Es ist überraschend die Daten zu kennen, und dann zu sehen, wie die EPA Dimock im Stich lässt, sagte Robert Jackson, Co-Author der im Juni 2013 veröffentlichen Studie der Duke Universität, die Wasserproben aus Dimock beinhaltete, der LA Times.“ Die Frage ist, warum hatte die EPA kein Interesse dem nachzugehen, um es besser zu verstehen?

Jackson wirft die Eine-Millionen-Dollar-Frage auf: Wer aus der Erdgasindustrie setzte die EPA unter Druck, die eigentlichen Ergebnisse der Dimock-Studie zu zensieren? Im Fall von Steve Lipsky war es der ehemalige Leiter des Democratic National Committee und der demokratische Governor von Pennsylvania, Ed Rendell (http://www.desmogblog.com/2013/02/05/ed-rendell-range-resources-obama-epa-texas-fracking-water-contamination-lawsuit).

Rendell, der Verbindungen zur Erdgasindustrie unterhält, lobbyierte die EPA privat ihre Studie und das Verfahren um Lipsky’s Grundwasserverunreinigung durch die in Pennsylvania ansässige Range Resources, fallen zu lassen. Seine Lobby-Bemühungen zeigten Erfolg, wohl möglich, da drei seiner früheren Berater nun als Lobbyisten für die Industrie arbeiten.

Einer dieser Lobbyisten ist K. Scott Roy, Rendell’s früherer „Top Berater“. Roy lobbyierte nicht nur für Range Ressources, sondern sitzt auch im Vorstand der Marcellus Shale Coalition [Lobbygruppe der Schiefergasindustrie]. Vor seiner Arbeit als Fracking-Lobbyist in der Rendell-Regierung arbeitete Roy im Büro des früheren republikanischen Governor von Pennsylvania Tom Ridge, der nun als „strategischer Berater“ für die Marcellus Shale Coalition seit 2012 arbeitet.

Kontaktierte Roy seinen alten Boss Ed Rendell und bat die Obama-Regierung sich von der Dimock Studie fern zu halten? Dies ist eine Frage der folgenden Untersuchung.

Verletzung der Dienstpflicht oder Normalität?

Die EPA ist gesetzlich damit beauftragt, Fälle von Grundwasserverschmutzung aufzuklären und die Übertreter des Gesetzes rechtlich zu bestrafen. Statt dessen schreitet die Erdgasindustrie rücksichtslos landesweit über die Gemeinden hinweg, ohne dass die EPA die Verschmutzter zur Verantwortung zieht.

„Unsere Bundesregierung hat eine Verantwortung, Bürger und Kommunen, die unter den Folgen des Fracking [Bzw. der Erdgasförderung] leiden, zu schützen und ihnen die vollständigen Fakten mitzuteilen“, schrieb Kate Sinding vom NRDC in einem Blog-Post (http://switchboard.nrdc.org/blogs/ksinding/why_would_epa_hide_info_on_fra.html).

„Die EPA schuldet es der amerikanischen Bevölkerung, jeden einzelnen Fall vollständig und fair zu untersuchen, der helfen kann, einige der irritierenden wissenschaftlichen Fragen zu beantworten, nämlich ob, und wenn ja wie, die Hydraulische Frakturierung und damit verbundene Tätigkeiten Trinkwasser verunreinigen. Leider legen die letzten Verhaltesmuster der EPA nahe, dass weder das Eine, noch das Andere unternommen wurde.“

Beim Militär ist Verletzung der Dienstpflicht ein schweres Verbrechen, aber für hochrangige EPA Mitarbeiter, scheint es Normalität zu sein.

Ende der Übersetzung

05.08.2013: Zensierte Präsentation der EPA Pennsylavania über die Trinkwasserkontamination durch die Hydraulische Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] zum ersten mal veröffentlicht

Übersetzt vom ursprünglichen Artikel: Steve Horn auf desmogblog.com, Montag den 05.08.2013, 10:23 (http://desmogblog.com/2013/08/05/censored-epa-pennsylvania-fracking-water-contamination-presentation-published-first-time)

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DeSmogBlog erhielt eine Kopie einer PowerPoint-Präsentation der Umweltschutzbehörde EPA der Obama-Regierung, die die Ergebnisse einer damals bevorstehenden Studie in Dimock, Pennsylvania umreißt (http://desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Dimock%20report.pdf).

Die PowerPoint-Präsentation deckt eine klare Verbindung zwischen der Hydraulischen Frakturierung von Schiefer [Bzw. Schiefergasförderung] in Dimock und der Grundwasserverunreinigung auf, wurde aber durch die Obama-Regierung zensiert. Statt Dessen veröffentlicht die EPA eine offizielle Stellungnahme im Juli 2012 – dem Wahljahr – die besagt, dass das Wasser in Dimock sicher sei.

Benannt „Isotech-Stable Isotype Analysis: Determinining the Origin of Methane and Its Effets on the Aquifer“ (also: Isotec-Analyse stabiler Isotope: Ermittlung des Ursprungs von Methan und seiner Effekte auf Grundwasserleiter), schlussfolgert die PowerPoint-Präsentation, dass die Cabot Oil & Gas Dimock Gesford 2 Bohrung (http://stateimpact.npr.org/pennsylvania/drilling/wells/115-20033/), „entweder temporäre oder permanente Pfade erzeugt, die dem Gas ermöglichen, in den oberflächennahen Grundwasserleiter zu migrieren. … In manchen Fällen stören diese Gase die Grundwasserqualität.“

Weitere Graphiken zeigen, Cabot’s Gesford 3 und 9 Bohrungen (http://s3.documentcloud.org/documents/1688/pennsylvanias-dep-orders-cabot-to-plug-three-gas-wells.pdf) erlauben ebenfalls Methan in beispiellosen Mengen aufwärts in die Grundwasserleiter zu migrieren, nicht zufällig übereinstimmend mit den Bohrungen, die frakturiert wurden. Die Schlussfolgerungen der Präsentation sind vernichtend.

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„Methan wird währen der Bohrung, und vermutlich während der Frakturierung und anderen Arbeiten freigesetzt“, legt die Präsentation nah. „Methan befindet sich in signifikant höheren Konzentrationen in den Grundwasserleitern nach der Bohrung, eventuell auch als Folge der Frakturierung und anderer Arbeiten an der Bohrung … Methan und andere Gase, die währen der Bohrung freigesetzt werden, verursachen scheinbar signifikante Schäden der Wasserqualität.“

Trotz dieser Ergebnisse, schlussfolgert die offizielle EPA Stellungnahme, dass jegliche Grundwasserverunreinigug in Dimock natürlichen Ursprungs ist.

„Die EPA fand gefährliche Substanzen, speziell Arsen, Barium und Mangan, alles natürlich vorkommende Substanzen, in Konzentrationen, die ein Gesundheitsrisiko darstellen, im Trinkwasser von fünf Haushalten“, so die Stellungnahme der EPA. „Die EPA hat den Anwohnern alle Messergebnisse zukommen lassen und hat keine weiteren Pläne, weitere Trinkwasseruntersuchungen in Dimock durchzuführen.“

Zwei EPA-Whistleblower sprachen vor kurzem das American Tradition Institute ATI (http://www.desmogblog.com/american-tradition-institute) [ein Klimawandelleugner Thinktank] an und legten offen, dass die Politik an der Entscheidung, die aktuellen Erkenntnisse in Dimock zu zensieren, beteiligt war. Im Herzen der Offenlegung steht die frühere EPA-Leiterin Lisa Jackson (http://www.atinstitute.org/citing-career-sources-internal-screen-shots-ati-foia-requests-probe-re-elect-factors-behind-fracking-reversal-political-interference-driving-epa-agenda/). [Man bemerke, dass die Website in Zwischen von Netz genommen wurde]

Die Rolle der früheren EPA-Leiterin Lisa Jackson in der Zensur des Reports

Mike Soraghan von EnergyWire erklärt (http://www.eenews.net/stories/1059985281), warum die Studie fallen gelassen wurde. Nach einem der unidentifizierten, dem Außendienst der EPA in Dimock nahestehenden Whistleblower, „aus Angst die Untersuchungen könnten Obamas Chancen zur Wiederwahl senken.“

Obwohl die ursprünglichen Ergebnisse der beiden EPA Mitarbeiter auf eine Trinkwasserverunreinigung in Dimock hinwiesen, wie aus der PowerPoint-Präsentation ersichtlich ist, forderten ihre Vorgesetzten sie auf, die Untersuchung zu beenden und motivierten sie damit zur Offenlegung.

Einer der Whistleblower sagt, er meldete sich, da er „offenkundig un-ethische und eventuell illegale Handlungen durch das Management der EPA“ beobachtete.

„Ich arbeite nun über Jahr in diesem System und versuche, die Ungerechtigkeit und die offenkundig un-ethischen Handlungen, die ich beobachtet habe, richtig zu stellen. Ich war nicht alleine mit dieser Bemühung,“ erklärte der unbekannte Whistleblower Soraghan. „Ich habe einen Eid abgelegt, als ich Bundesbediensteter wurde, den ich sehr ernst nehme.“

Im Zentrum des Management-Teams, das die falsche Stellungnahme beaufsichtigte sthet die frühere Leiterin der EPA Lisa Jackson, die nun als führender Umweltberater bei Apple arbeitet (https://www.washingtonpost.com/news/post-politics/wp/2013/05/28/former-epa-head-lisa-p-jackson-becomes-apples-top-environmental-adviser/). Jackson wurde kürzlich durch die, gerade ernannte, EPA-Leiterin Gina McCarthy ersetzt (https://www.washingtonpost.com/news/post-politics/wp/2013/07/18/senate-confirms-gina-mccarthy-as-next-epa-administrator-in-59-to-40-vote/).

Dies wurde durch einen anderen Whistleblower aufgedeckt, der, als Teil der üblichen Pflichten seines Jobs, ein Mitglied der “HQ-Dimock” Mailingliste war. Diese Mailingliste nutzte Jackson unter dem Pseudonym ”Richard Windsor”, um ihren eigenen Namen vor eventuellen Informationsfreiheitsanfragen zu schützten.

„Viele Mitglieder der Email-Gruppe … waren Anwälte und Mitglieder von Lisa Jackson’s innerem politischen Kreis,“ erklärte Soraghan.

Wichtige Informationsfreiheitsanfragen aufgeben

Das American Tradition Institute (ATI) hat als Folge der Vorsprache der Whistleblower zwei Informationsfreiheitsanfragen aufgegeben.

„Eine Informationsfreiheitsanfrage sucht bestimmte E-Mails, Text- oder Chatnachrichten von drei bestimmten EPA Außendienstmitarbeitern, welche an das Weiße Haus oder das EPA Hautquartier gerichtet sind, von ihm stammen oder sich darauf beziehen“, erklährte ATI. Die zweite Informationsfreiheitsanfrage konzentriert sich auf E-Mails, die in der ‘HQ-Dimock’ Diskussionsgruppe versendet wurden. Beide Anfragen decken den Zeitraum von sieben Monaten vom 1. Dezember 2011 bis zum 30. Juni 2012, ab.“

Das Natural Resources Defense Council (NRDC) – welches der EPA in diesem Fall ebenfalls kritisch gegenübersteht, ist misstrauisch über die Motive des ATI in diesem Fall.

Das ATI ist besser dafür bekannt, die Existenz des Klimawandels zu leugnen und speziell für „Climate Gate“ (http://www.desmogblog.com/uva-emails-and-confirmation-bias-seek-and-ye-shall-find). Doch, wenn es hart auf hart kommt, billigt Kate Sinding vom NRDC ATI’s Informationsfreiheitsanfrage und erwartet ihre Ergebnisse.

„Es scheint ein Versuch zu sein, die EPA zur Aufgabe dieser Fälle zu schikanieren,“ so Sinding gegenüber EnergyWire. „Wenn ihre Anfragen zu mehr Informationen über die Entscheidungsfindung führen, so ist dies gute Information für jeden. Aber ich zweifle an ihren Motiven.“

„Versteckt es, lasst es fallen, vergesst es“

Die eigentliche Frage im Herzen des Sachverhalts: Was waren die Motive der EPA, eine Kehrtwendung bei einer bedeutenden, mehrjährigen, durch Steuern finanzierten Studie zu machen?

„Es ist skrupellos, das die Obama-Regierung, im Namen der politischen Zweckdienlichkeit, wichtige Informationen zurückhält, die die Punkte zwischen Hydraulischer Fakturierung [Bzw. Erdgasförderung] und Trinkwasserverunreinigung hätten verbinden können,“ so Wenonah Hauter, geschäftsführende Direktorin von Food and Water Watch (http://www.foodandwaterwatch.org/staff) zu DeSmogBlog.

„Gina McCarthy muss die Gesundheit und Sicherheit von Amerikanern an erste Stelle setzen und verhindern, das die EPA politischem Druck nachgibt.“

Scott Ely, ein ehemaliger Mitarbeiter vom Cabot und Bewohner von Dimock, mit drei kleinen Kindern, dessen Trinkwasser kontaminiert wurde, drückte ähnliche Enttäuschung darüber aus, dass die EPA das Schiff in dieser wichtigen Studie verlässt. (http://www.nytimes.com/2011/12/02/us/drilling-down-fighting-over-oil-and-gas-well-leases.html?pagewanted=all&_r=1, https://www.propublica.org/article/so-is-dimocks-water-really-safe-to-drink, http://thetimes-tribune.com/news/gas-company-whistle-blower-details-spills-errors-1.1234817#axzz1fPP4MNnN)

„Wann steht endlich jemand zur Wahrheit? Wie kommt es, dass es ein paar Leute in Washington gibt, die versuchen die Wahrheit über das, was den Leuten in Dimock zustößt, zugunsten der Erdgasindustrie zu manipulieren?“, fragt Ely rhetorisch.

Ely sagt, er halte die Ohren für die Kommunikation mit Mitarbeitern der EPA offen, welche regelmäßig bei ihm vorbeischauen und ihn warnen, sein Wasser nicht zu benutzen. Die Mitarbeiter bleiben, aus Angst vor Bestrafung durch das höhere Management der EPA unidentifiziert. „Wir dachten, die EPA wären als unser Beschützer gekommen. Und was haben sie getan? Sie sagten, die Wahrheit kann nicht bekannt werden: versteckt es, lasst es fallen, vergesst es.“

Ende der Übersetzung

Geleakte EPA Präsentation zur Trinkwasserkontamination im Spiel in Bundesklage

Steve Horn auf desmogblog.com, Samstag den 16.01.2016, 04:58 (http://desmogblog.com/2016/01/16/leaked-epa-powerpoint-presentation-dimock-fracking-water-contamination)

Eine PowerPoint-Präsentation, die im August 2013 von DeSmog veröffentlicht wurde, hat ihren Weg in einen bedeutenden Rechtsfall mit Verbindung zu Hydraulischer Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] gefunden, der bald vor dem U.S. District Court for the Middle District of Pennsylvania verhandelt wird.

Das Dokument (http://www.desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Dimock%20Powerpoint.pdf) wurde am 30. Dezember als Beweismittel präsentiert, als Teil eines Antrags durch die Kläger, um durch den Angeklagten Cabot Oil & Gas vorgebrachte Beweise zu entkräften (http://www.desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Plaintiffs%20Combined%20Brief%20in%20Opposition.pdf).

Der Antrag führt das Beweismittel an, um aufzudecken wie die Umweltbehörde EPA die Beweise ihrer eigenen Wissenschaftler ignorierte, indem sie das kontaminierte Trinkwasser in Dimock Pennsylvania für sicher erklärte. Cabot hatte zuvor in seinem Antrag am 30. November in Limine (http://www.desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Cabot%20Motion%20in%20Limine.pdf) gegenüber dem Richter argumentiert (ein Antrag zum Außschluss von Beweismitteln), das bestimme Beweisstücke den Richtern nicht vorgelegt werden sollen, wenn der Fall vor Gericht kommt.

Unter den Beweismitteln, die Cabot bat in den Papierkorb zu werfen, befinden sich die „sogenannten ‚off-the-record‘ Statements, die mutmaßlich von Vertretern der EPA hinsichtlich der Qualität/Sicherheit der Trinkwasserversorgung der Kläger gemacht wurden, nachdem die EPA ihre Evaluierung in Dimock beendet und geschlussfolgert hatte, dass es keine gesundheitlichen Bedenken für die Bewohner von Dimock gebe.“

Die Rechtsabteilung von Cabot argumentierte, dass solche Statements „unzulässigem Hörensagen“ gleichkämen, die vor Gericht nichts zu suchen hätten.

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Bild von: U.S. District Court for the Middle District of Pennsylvania

Die ‚off-the-record‘-Unterhaltungen, auf die Cabot in seinem Antrag verweist, wurden zuerst von Laura Legere im Juli 2012 gemeldet (http://thetimes-tribune.com/news/gas-drilling/epa-to-stop-dimock-water-deliveries-1.1348393), die damals für die Scranton Times-Tribune arbeitete und nun für die Pittsburgh Post-Gazette arbeitet. Fast ein Jahr später deckte Los Angeles Times Reporterin Neela Bannerjee, nun bei InsideClimate News, die Existenz einer bisher unveröffentlichten PowerPoint Präsentation der EPA auf, die Hydraulische Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] mit der Grundwasserkontamination in Dimock in Verbindung bringt (http://www.latimes.com/nation/nationnow/la-na-epa-dimock-20130728-m-story.html).

Ein weiterer bekannter Wissenschaftler, der für diesen Fall unter Eid aussagte, Ingenieurwissenschaftlicher Professor an der Cornell Universität Anthony Ingraffea ,(http://www.cee.cornell.edu/people/profile.cfm?netid=ari1) sagte unter Eid aus, dass er glaubt, dass Cabots Schiefergasbohrungen in Dimock als Ursache für die Kontamination verantwortlich zu machen seien.

In der eidlichen Aussage zu diesem Fall vom July 2015 (http://www.desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Ingraffea%20July%202015%20Deposition.pdf) sagte Ingraffea aus, dass „mit einem angemessen Maß an ingenieurwissenschaftlicher Sicherheit, versichere ich, dass es wahrscheinlicher ist, dass eine oder mehrere dieser Bohrungen die Verunreinigung der Trinkwasserbrunnen in Dimock direkt verursacht hat, als das es das nicht hat“.

Cabot: EPA PowerPoint “Hörensagen”

Der LA Times-Artikel hatte die Präsentaition, auf die er sich bezog, nicht veröffentlicht. Eine Quelle lieferte sie nachträglich an DeSmog und wir [DeSmog] veröffentlichten sie, wenige Tage nachdem der LA Times-Aritkel gedruckt wurde.

„Jedes sogenannte ‚geleakte EPA dokument‘ …, das mutmaßlich auf eine Position konträr zur öffentlichen Stellungnahme der EPA von July bis August 2012, nämlich dass es keine Gesundheitsrisiken für die Bewohner Dimocks durch das Tinkwasser gibt“, hinweist, sollte den Richtern nicht gezeigt werden, argumentierten Cabots Anwälte.

Cabots Anwälte verwiesen dann auf die EPA PowerPoint Präsentation wiederum als „unzulässiges Hörensagen“.

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Bild von: U.S. District Court for the Middle District of Pennsylvania

Der Anwalt der Kläger, Leslie Lewis, entgegnete dass Cabot nicht alles auf einmal haben könne. Wenn es die EPA Stellungnahme von July 2012 zitieren möchte, so argumentierte sie, sollte die Firma der Jury ebenfalls gestatten die PowerPoint Präsentation einzusehen.

„Auf der einen Seite ist Cabot und seine Experten mit bestimmten Ergebnissen der EPA einverstanden, allen voran ein offizieller Report herausgegeben 2012, der bekannt gibt, dass das Trinkwasser in Dimock sicher sei und dass die Behörde ihre Untersuchung einstellen wird“, schrieb Lewis.

„Auf der anderen Seite, weisen sie die Wahrhaftigkeit und die Relevanz von geleakten, internen EPA PowerPoint Präsentationen, die die Sicherheit und die Notwendigkeit weiterer Untersuchung des Trinkwassers in Frage stellen, zurück. … Dieses Gericht sollte Cabot’s Zeugen nicht gestatten, sich auf Ergebnisse der EPA zu berufen, die ihre Botschaft unterstützen, während sie Ergebnisse der EPA ausschließen, die nicht in ihre Verteidigungsstrategie passen.“

Die Geschichte wiederholt sich

Dies ist nicht der einzige kürzliche Vorfall, in dem die Beamten der EPA behaupteten, dass Bohrtechnik das Grundwasser nicht beeinflusse.

Der wissenschaftliche Beirat der EPA hat vor Kurzem die im Juny 2015 veröffentlichte Studie der EPA (http://www.epa.gov/sites/production/files/2015-06/documents/hf_es_erd_jun2015.pdf) angefochten (http://thehill.com/policy/energy-environment/265125-epa-science-advisers-buck-agency-on-fracking-safety), die schlussfolgert, dass Hydraulische Frakturierung [Bzw. Erdgasförderung] nicht zu „weit verbreiteten, systemischen Auswirkungen auf Trinkwasser Ressourcen in den Vereinigten Staaten“ führe.

Der wissenschaftliche Beirat befindet, dass dieses Statement weder die betrachteten Systeme (z.B. Grundwasser, Oberflächenwasser), noch die Definition von ‚weit verbreitet‘, ’systemisch‘ und ‚Auswirkungen‘ klar beschreibe. Der wissenschaftliche Beirat sagt weiterhin, dass die Schlussfolgerungen „inkonsistent mit den Beobachtungen, Daten und dem Maß an Unsicherheit, die im Text des Entwurfes vorgelegt und diskutiert wird“ seien. (http://yosemite.epa.gov/sab/sabproduct.nsf/02ad90b136fc21ef85256eba00436459/D4210BA02EBEF65185257F33005A0CC2/$File/Report+to+Administrator-SAB+Hydraulic+Fracturing+Research+Advisory+Panel-1-7-16+draft.pdf)

Sollten die Autoren der PowerPoint Präsentation aussagen?

Die Gerichtsdokumente der Kläger vom 30. Dezember zeigen ebenfalls, dass die Autoren der PowerPoint Präsentation, deren Namen sich nicht auf dem Dokument befinden, im Prozess aussagen könnten. Sollten sie das tun, würden sie die Quelle der Präsentation selbst preisgeben, schlussfolgerte Lewis.

„Die Aussagen in der PowerPoint Präsentation stellen die Forschungsergebnisse der EPA von Anfang 2012 in Frage,“ schrieb Lewis. Die Kläger werden die geleakte PowerPoint Präsentation bis zur Verhandlung authentifiziert haben, und Maßnamen ergriffen haben, die freiwillige Anwesenheit der EPA Mitarbeiter, die das PowerPoint Dokument verfasst haben, zu gewährleisten.

Es scheint, nach einer Planungsverfügung (http://www.desmogblog.com/sites/beta.desmogblog.com/files/Scheduling%20Order_0.pdf), die durch den Richter des Falls eingereicht wurde, wird der Prozess in nächster zeit statt finden. Die Verfügung setzt den Beginn der Verhandlung für den 22. Februar in Scranton, Pennsylvania an. Cabot hat auf wiederholte Anfragen, diese Geschichte zu kommentieren nicht geantwortet.

Ende der Übersetzung

Aktuelle Entwicklung des Falls

10.03.2016: Familien in Dimock sind schließlich, nach nun fast 7 Jahren des Kampfes, wenigstens finanziell zu ihrem Recht gekommen und werden mit insgesamt 4.24 Million $ entschädigt (http://desmogblog.com/2016/03/10/breaking-news-4-2-million-jury-verdict-dimock-pa-water-contamination-lawsuit-reported). Die gesundheitliche und emotionale Belastung, die verschwendete Lebenszeit und das verlorene Vertrauen in die Regierung und Regulierungsbehörden sind wohl kaum durch Geld zu entschädigen.

Auch hat der grundlegende Mangel an Glaubwürdigkeit von Cabot Oil & Gas in der ganzen Geschichte ExxonMobil in Deutschland nicht davon abgehalten, den Fall für ihre PR-Zwecke zu nutzen (http://www.erdgassuche-in-deutschland.de/hydraulic_fracturing/gasland/).

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