#noDAPL – eine Demokratie sterben sehen (DE)

Ich habe die letzen Tage eine Debatte auf Twitter verfolgt, wie ich sie so noch nicht kannte, und sie hat mir in gewisser Weise ein Paar Fragen beantwortet, die ich mir schon seit sehr langer Zeit stelle. Leider gefallen mir die Antworten gar nicht…

Ich könnte nun lange erklären warum die Ölindustrie in North Dakota unbedingt diese Dakota Access Pipeline braucht, wieso diese nun in diesem Augenblick mit der Unterstützung des Army Corps of Engineers ohne Einwilligung der Bewohner durch Gebiete der Sioux gebaut wird, auf dem sich Gräber ihrer Vorfahren befinden, dass die UN dies schon bemängelt hat, warum Journalisten verhaftet werden, warum die Polizei dort mit Maschinengewehren rum rennt, wer investiert wer profitiert und wer mit wem im Bett ist. Ich lasse das jetzt (vorerst) mal, denn für das was ich sagen möchte ist das nicht von Relevanz.

Was dort rüber kommt ist die Antwort auf die Frage, die ich mir schon so lange stelle: Wie wird es weitergehen wenn unsere Regierungen angesichts des Klimawandels und der Vernichtung der Ressourcen auf diesem Planeten, vor allem Trinkwasser, nicht handeln, den Willen der Mehrheit nicht mehr vertreten, die Segel streichen vor der Macht der Industrie?  Die Antwort ist einfach. Dies ist das Ende, das Ende der Demokratie. Denn in dieser Situation gibt es nur einen einzigen Weg den das ganze nehmen kann, es ist der Weg der Konzerne, der Weg des Rechtes des Stärkeren. Er wird die Menschen hilflos machen, wird ihnen alle Mittel nehmen, etwas an ihrer eigenen Situation zu ändern, wird sie ausliefern. Dies der Beginn der Tyrannei.

Doch diese Tyrannei ist nicht neu, sie ist schon tausend mal geschehen, in den Öl-Kolonien dieser Welt, von den Regenwäldern des Amazonas bis über das Niger-Delta in Afrika in die Wüsten des mittleren Osten. Und nun kommt sie Nachhause. Dies ist nur die logische Konsequenz.

Aber noch sind wir hier nicht hilflos. Noch können hier Reporter über Polizeigewalt berichten, ohne verhaftet zu werden, noch können wir hier protestieren und unsere Meinung sagen ohne von Industrie-PR niedergemacht zu werden, noch können wir wählen gehen und haben dabei wirklich eine Wahl, noch können wir hier und heute eine rote Linie ziehen, und dies ist unser Schicksal.

Ich werde an Standing Rock denken, das nächste mal, wenn ich protestiere und wähle und Petitionen zeichne. An sie und alle anderen die man nie gefragt hat. Und ich werde meine Wahl auch für sie treffen, so gut ich das eben kann. Und es wird und muss jedes mal eine Wahl gegen die Ölindustrie sein. Eine Wahl gegen die  Ölindustrie ist jedes mal auch eine Wahl für die Demokratie. Vielleicht ist das ist das einzige, was ich wirklich tun kann.

In diesem Sinne: stay strong, Standing Rock, because the world is watching.

 

wake-up-america

 

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