Solidaritätsbotschaft aus Kanada – Gemeinsam gegen CETA und TTIP!

 

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übersetzt vom Original-Artikel: https://www.ttip-stoppen.at/2016/09/16/solidaritaetsbotschaft-kanada/

Ich möchte unsere Solidarität in Kanada mit euren Kundgebungen gegen CETA ausdrücken! Ich versichere euch dass das, was ihr tut, hier auf der anderen Seite des Atlantiks wiederhallt und viele viele Leute inspiriert sich ebenfalls der Globalisierung der Konzerne entgegenzustellen.

Und die Bewegung lebt auf!! Ihr habt TTIP erfolgreich aufgehalten. Ein Punkt für die Demokratie. Aber nun wollen uns unsere Politiker mit CETA, dem Kanadisch-Europäischem Freihandelsabkommen ein weiteres überstülpen.

Aber ihr seid da, weil ihr und wir uns nicht täuschen lassen! CETA IST TTIP ÜBER KANADA. Es ist genau so gefährlich wie TTIP.

Wir haben 42,000 amerikanische Konzerne, die durch CETA bevollmächtigt werden, Europäische Regierungen vor dem Investorenschutzgericht zu verklagen. Kanadier können Europäern erzählen wie es ist, auf dem empfangenden Ende solcher Anfechtungen zu stehen. Seit NAFTA verabschiedet wurde, wurde Kanada 39 mal von Amerikanischen Konzernen verklagt und 135 Millionen Euro hat an Strafen gezahlt. Kanada steht gerade 1,75 Milliarden in Anfechtungen gegenüber, dreiviertel davon beziehen sich auf Umweltschutzgesetze. Diese beinhalten Anfechtungen gegen Fracking-Verbote, Pestizide und dem grenzüberschreitendem Export von PCBs. Die selben Amerikanischen (und Kanadischen) Konzerne werden CETA benutzen um das selbe in Europa zu machen.

Kanada ist außerdem Heimat der aggressivsten Bergbauindustrie der Welt, die in Industrie-internen Studien als die, mit den schlimmsten menschen- und umweltrechtlichen Vergehen gilt und die wiederholt Gebrauch von ISDS macht. Wir haben eine Teersand-Industrie, die nur darauf wartet, CETA zu benutzen um eure Treibstoff-Qualitätsstandards zu senken und dreckiges Öl nach Europa zu exportieren. Wir haben industrielle Landwirtschaft die nur darauf wartet, eure Nahrungsmittel-Qualitätsstandards für GMOs, Hormone, Pestizide und Massentierhaltung, die den Tierschutz missachtet, zu öffnen.

An unsere Politiker, die darauf drängen dieses Abkommen durch zu bringen, die argumentieren, das es eine schwierige Situation ist, möchte ich sagen, dass die Notwendigkeit besteht [die Verhandlungen] zu pausieren, das Abkommen genau zu analysieren, die Folgen der Details abzuschätzen bevor wir übereilt einen schwerwiegenden Fehler begehen.

In diesem Sinne, wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Regierungsoberhäupter CETA zur vorzeitigen Anwendung bringen. Wir haben für die Parlamente das Recht erstritten, das letzte Wort zu dem Abkommen zu haben. CETA frühzeitig anzuwenden ist fundamental undemokratisch und würde all das rückgängig machen. Und das Letzte, was die EU – oder irgendein anderes Land – braucht, ist eine weitere kopflastige Entscheidung durch die Eliten. Das ist nicht wonach die Menschen überall auf der Welt schreien.

Etwas läuft grundsätzlich schief mit der derzeitigen wirtschaftlichen Globalisierung, geprägt und geschützt durch wirtschaftsfreundliche Handelsabkommen wie TTIP und CETA. Zu wenige profitieren, zu viel Schaden richten sie an, in der Umwelt. Wenn es jemals eine Zeit für Courage und Visionen für ein gerechteres System zum Anbau von Nahrungsmitteln, Erzeugung von Energie und grenzübergreifendem Handel gab, dann ist sie jetzt. Viel hängt davon ab, was wir jetzt tun!

Ende der Übersetzung

Es ist in Ordnung jetzt über den Klimawandel zu reden

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übersetzt vom Original-Artikel vom 04. Mai 2016: http://www.nicholasellan.ca/2016/05/04/yes-its-okay-to-talk-about-climate-change-right-now von @njellan

 

Ja, es ist in Ordnung gerade jetzt über den Klimawandel zu reden

Bei der größten Evakuierung in der Geschichte der Provinz Alberta [Kanada], die fast 100.000 Menschen umsiedelt während große Teile der Stadt Fort McMurray, mitten in einer Frühlings-Hitzewelle, niederbrennen, ist es für die Betroffenen nur natürlich, nach dem ‚Warum?‘ zu fragen. Warum geschieht das? Was ist der Grund und warum waren wir darauf nicht verbereitet?

Wenn uns Tragödien treffen, versuchen wir, sie zu verstehen. Was gerade passiert ist zweifellos eine Tragödie. Tausende Kanadier verlieren alles was sie haben. Menschenleben sind in Gefahr. Das normale Leben ist für einen erheblichen Teil der Menschen in Alberta beendet. Während ich nun herausstellen könnte, dass dieser Großflächenbrand mit Rekordtemperaturen überall in Kanada, wie sie noch nie zuvor in der Geschichte [Kanadas] gemessen wurden, zusammenfällt, und mich denen anschließen könnte, die versuchen, die logischen Schlussfolgerungen daraus zu treffen (oder zumindest die wahrscheinlich logischen Schlussfolgerungen), wie der Klimawandel und Naturkatastrophen kausal zusammenhängen, werde ich dies nicht tun. Andere sind besser gerüstet, diese Diskussion zu führen, Menschen wie die indianischen Völker Albertas, die Klima-Aktivisten überall im Land, die Studenten und Organisatoren, die Großeltern und Kinder.

Nein, was ich tun möchte, ist unser Recht darauf zu verteidigen, diese kritische und unbestreitbar existentielle Diskussion zu führen. Was ich auflösen möchte, ist der übliche Chor von Leuten, der verlässlich z.B. nach jeder Schießerei in den Schulen der Vereinigten Staaten aufkommt, und alle niederschreit.

„Nicht jetzt.“ „Jetzt ist nicht die Zeit.“ „Du bist unsensibel.“ „Die Menschen sind in einer Kriese, sie brauchen keine Lektion.“ „Politisier diese Tragödie nicht.“

Aber natürlich ist jede Tragödie politisch. Jede Kriese ist umkämpftes Gebiet. Es ist nicht unsensibel für Menschen, sich aktiv und öffentlich zu bemühen, es zu verstehen, im Gegenteil: es ist genaugenommen ein Akt der Einfühlsamkeit. Menschen lassen es zu, sich betroffen zu fühlen, und das ist gut. Es wäre (und ist) unsensibel von Menschen zu verlangen, taub, stumm und gefühllos dem gegenüber zu sein, was um sie herum passiert. Und für Jahrzehnte war dies genau die Forderung an einen großen Teil der Menschen in Alberta, in Kanada und an die Welt. „Seit still.“ würde es zusammenfassen.

Also lasst es nicht zu, dass diese Mistkerle euch runterziehen. Redet weiter darüber, mit euren Freunden, euren Familien, euren Nachbarn. Wenn das für euch wie ein Weckruf klingt, dann ist es einer.

Guten Morgen, Fort McMurray. Bleibt sicher da draußen.

Ende der Übersetzung.